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Der deutsche Liederschatz
Brüder auf! Erhebt die Klingen
1. Brüder auf! Erhebt die Klingen,
laßt sie hell und freundlich blinken,
stoßt auf ihre Siege an.
|: Lasset uns zu ihrem Preise
Lieder weihn nach alter Weise,
denn die Klinge ziert den Mann. :|2. Zu bewahren seine Ehre
zieht der Bursch die blanke Wehre,
schwingt den Schläger frank und frei.
|: Denn das ist ja Burschenadel,
daß die Ehre ohne Tadel,
ohne Schmach der Name sei. :|3. Und im festgeschmückten Saale
bei des Burschen Bundesmahle
blinkt der niebesigte Stahl,
|: gibt dem Burschen neue Weihe,
der beim Landesvater Treue
schwur mit klingendem Pokal. :|4. Wird ein altes Haus begleitet,
das mit schwerem Herzen scheidet
aus der lieben Musenstadt:
|: Trägt ein Fux, ein Waffenträger,
vor ihm her den blanken Schläger,
den er forsch geführet hat. :|5. Ist ein Bruder abgeschieden
dorthin zu dem ewgen Frieden
bei der alten Väter Schar:
|: Schmücken wir zur Todesfeier
seines Sarges schwarze Schleier
mit dem blanken Schlägerpaar. :|6. So in Burschen Freud und Leide
blinkst du, seine Augenweide,
schöner Hieber in der Luft.
|: Magst zu Lust und Trauer führen,
du mußt seine Würde zieren
beim Gelage, an der Gruft. :|7. Drum, so laßt sie freudig blinken,
rufet: Hoch Germanias Klingen,
die noch niemand weichen sah!
|: Selbst dem Teufel gegenüber
ziehn wir blank den treuen Hieber,
fallen aus -- pro patria! :|
Worte: Wilhelm Hauff, 1822
Melodie: nach der Weise 'Prinz Eugenius'