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"Ausbildungsabgabe"
würde nicht helfen: Auf dem deutschen Lehrstellenmarkt wird es immer enger. Zwischen Oktober 2004 und Mai 2005 wurden den Arbeitsämtern 370.000 offene Stellen gemeldet - das sind stattliche 39.000 weniger als im Vergleichszeitraum 2003/2004. Die Politik quittierte solche Rückgänge in den letzten Jahren regelmäßig mit der Androhung einer "Ausbildungsplatzabgabe". Doch es krankt weniger an der Bereitschaft von Unternehmen, Lehrstellen zu schaffen, als vielmehr an geeigneten Bewerbern. Die Fähigkeiten der Auszubildenden im Rechnen und im geschriebenen Deutsch lassen mittlerweile so sehr zu wünschen übrig, daß es häufig nicht einmal mehr zum Staplerfahrer reicht. Auf die Frage, ob Schule und Elternhaus den Azubis genügend Rüstzeug für die Ausbildung mitgäben, antworteten bei einer repräsentativen Befragung deutscher Firmen stattliche 56 Prozent mit "Nein". Die Frage, ob das für das "Leben generell" ausreichend sei, verneinten sogar 88 Prozent der Unternehmer. In vielen Großstädten ist das Horrorszenario längst Realität: Selbst bei gutwilliger Benotung schaffen 80 Prozent der Hauptschüler, ein Großteil von ihnen Ausländer, den Abschluß nicht. Viele Schüler erscheinen nur zum Jahresanfang. Die Schule ist gehalten, ihnen lediglich eine Bescheinigung über den Schulbesuch auszustellen - das genügt zur Leistungsberechtigung auf dem Sozialamt. Bei den Betrieben hat das
längst zu einem akuten Mangel an Auszubildenden
geführt. Mittelständische Unternehmen, bei denen
jed "Ein Grundübel hierzulande ist doch,
daß uns jegliches Nationalgefühl fehlt
und der Sinn für das Gemeinwohl. Jeder ist
bestrebt, das maximal Mögliche für sich
herauszuholen - oft auf Kosten des Staates. Das
Land bedeutet den Menschen nichts." Reinhold Würth,
Unternehmer (47 000 Mitarbeiter, 6,2 Milliarden
Euro Jahresumsatz) in einem Interview des "Spiegel"
(Nr. 33/2005) Dies ist um so unverständlicher, als die Unternehmen im Zeitalter einer weltweit härter werdenden Konkurrenz nicht sinkende, sondern steigende Leistungen von ihren Auszubildenden erwarten. Zudem fehlt es nicht nur an den Basisfähigkeiten: Auch die soziale Kompetenz des Ausbildungsnachwuchses läßt immer mehr zu wünschen übrig - Folge einer aus den Fugen geratenden Gesellschaft, in der ein intakter Familienhintergrund immer häufiger Seltenheitswert hat. Dabei kommt es in vielen Berufen heute weniger auf die rein quantitative Leistung an als vielmehr auf Kompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit. "Höflichkeit, Pünktlichkeit, Disziplin oder die Entscheidung für eine angemessene Kleidung", sagt Giovanni Scurba, Geschäftsführer von GSCconsult, "lernen wir im Elternhaus und in der Schule. Es hat sich leider eine Kultur der Beliebigkeit in Deutschland eingeschlichen. In vielen Familien, aber auch in der Schule glaubt man, daß es auf die genannten Fähigkeiten nicht mehr ankommt. Das ist grundfalsch - hier muß es sowohl in den Familien wie auch in der Schule ein generelles Umdenken geben."
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